Hallo Franz,
vielen Dank für die Videos und die Konfigurationsseite.
Bei diesem Kameramodell basiert die aktuell genutzte Bewegungserkennung auf Pixelveränderungen im Bild. Das ist die einfachste Form der Ereigniserkennung. Dabei wird nicht zuverlässig zwischen Objektgröße, Objekttyp oder Bewegungsrichtung unterschieden. Entsprechend deiner Konfiguration wird aktuell die gesamte Bildfläche auf Veränderungen überwacht.
Das bedeutet: Eine Person, ein Fahrzeug, ein Insekt oder andere Bildveränderungen können eine Aufzeichnung bzw. ein Ereignis auslösen. Durch die Perspektive kann ein Insekt direkt vor der Linse im Bild eine ähnliche relative Größe einnehmen wie eine Person oder sogar ein Fahrzeug in größerer Entfernung. Die Kamera reagiert in diesem Fall also technisch korrekt auf eine Bildveränderung.
Da du beschreibst, dass weiter entfernte Objekte nicht mehr zuverlässig erkannt werden, vermute ich, dass die Empfindlichkeit bereits reduziert wurde, um Fehlalarme durch nahe Insekten zu vermeiden. Dadurch werden jedoch auch relevante Bewegungen in größerer Entfernung weniger zuverlässig erkannt.
Nachts wird dieser Effekt häufig noch verstärkt, da Insekten durch die IR-Beleuchtung stark reflektieren und dadurch im Bild größer bzw. heller erscheinen. Zusätzlich kann eine längere Belichtungszeit Bewegungsunschärfe erzeugen, wodurch das Insekt optisch noch größer wirkt. Eine kürzere Belichtungszeit kann diesen Effekt etwas reduzieren, ersetzt aber keine objektbasierte Analyse.
Ein weiterer Punkt ist die Ausleuchtung der Hoffläche. Der überwachte Bereich scheint größer zu sein als der Bereich, den die interne IR-LED der Kamera optimal ausleuchten kann.
Dadurch werden nahe Objekte, insbesondere Insekten direkt vor der Kamera, sehr stark vom IR-Licht angestrahlt, während weiter entfernte Bereiche möglicherweise zu wenig Licht erhalten.
Eine mögliche Verbesserung wäre der Einsatz eines externen IR-Strahlers oder eines zusätzlichen Scheinwerfers, der besser in Richtung Parkplatzmitte positioniert wird. Dadurch könnte der relevante Bereich gleichmäßiger ausgeleuchtet werden, während Insekten nicht mehr so stark direkt an der Kamera angezogen und überstrahlt werden.
Das kann die Fehlalarmrate reduzieren und gleichzeitig die Erkennung relevanter Objekte in größerer Entfernung verbessern.
Die MOVE -VA Modelle verfügen über Videoanalysefunktionen. Ich würde daher empfehlen, statt der einfachen Bewegungserkennung eher mit Intrusion Detection bzw. den verfügbaren Analysefunktionen für Personen und Fahrzeuge zu arbeiten. Dadurch sollte sich die Fehlalarmrate deutlich reduzieren lassen.
Bitte prüfe hierzu die entsprechenden Kapitel im Handbuch zur Videoanalyse und Intrusion Detection.