M22 nach Stromausfall keine Verbindung, keine Led

Hallo in die Runde, ich hatte heute einen Stromausfall von ca. 8 Stunden, davon war die Cam (M22)ca. 4 Stunden weiter in Betrieb durch den USV. Also hatte die Cam ca. 4 Stunden keinen Strom.

Ich checkte bis zur Cam sämtliche Verbindungen, der Injektor leuchtet auch einwandfrei (rote LED).

-An der Cam ist kein Ping möglich, bzw. sie reagiert nicht.

-Ebenso keine Leds an der Cam

Da der USV davor geschaltet ist, kann ja keine Überspannung entstanden sein?

Der Strom war um ca. 16:00 Uhr wieder im Haus, um ca. 17:20 Uhr fiel mir auf, dass die Cam nicht geht, so habe ich den Router zuerst runtergefahren, danach die Cam vom Strom getrennt. Als ich unter “Netzwerke” die Cam überprüfte, fiel mir auf, dass dort ein Eintrag mit 17:33 war und das die Cam letztmalig zu diesem Zeitpunkt Verbindung mit dem Router hatte.

Dies muss kurz gewesen sein, denn mir ist es nicht aufgefallen, sie hat auch keinerlei Fehlermeldungen per Mail, oder Uploads gemacht.

Wie kann so etwas passieren und wo sollte ich da noch nachsehen?

Danke für die Mühe!

Hallo Zante1,

nach deiner Beschreibung liegt die Ursache sehr wahrscheinlich im Alter der Elektronik in Kombination mit dem längeren Stromausfall. Durch die vollständige Entladung kann es bei so alten Geräten durchaus passieren, dass Kondensatoren nicht mehr sauber anlaufen.

Nach deiner Beschreibung liegt die Ursache sehr wahrscheinlich im Alter der Elektronik in Kombination mit dem längeren Stromausfall. Durch die vollständige Entladung kann es bei so alten Geräten durchaus passieren, dass Kondensatoren nicht mehr sauber anlaufen.

Man darf dabei nicht vergessen:
Die M22 wurde um 2006 auf den Markt gebracht und hat damit rund 20 Jahre zuverlässig ihren Dienst verrichtet – das ist wirklich eine tolle Leistung und alles andere als selbstverständlich :+1:

Die M22 unterstützte schon damals zwei Stromversorgungsarten:

  • ISDN-Phantomspeisung (30 V)
  • PoE (IEEE 802.3af)

Da du laut Beschreibung das bekannte „schwarze Ei“ (30-V-Phantomeinspeisung) verwendest, wäre ein letzter Test sinnvoll:

Versuche die Kamera einmal direkt über einen PoE-Switch zu versorgen.
Es ist gut möglich, dass nicht die Kamera selbst, sondern lediglich die Kondensatoren im Einspeiseadapter über die Jahre gealtert bzw. ausgetrocknet sind.

Sollte die Kamera dennoch nicht mehr starten, kann ich aus heutiger Sicht nur empfehlen, auf die MOBOTIX ONE umzusteigen.
Sie arbeitet ebenfalls mit Standard-PoE, und ganz praktisch: Die Montagehalterung deckt die alten Bohrlöcher der M22 ab, der Umstieg ist also unkompliziert.

Wenn du magst, kann unser Vertrieb (vertrieb@mobotix.com) über unser Partner-Netzwerk gern ein passendes Angebot prüfen. Beziehe dich dabei einfach auf diesen Community-Beitragso ein langjähriger Einsatz bleibt bei uns natürlich nicht unbemerkt, und das lässt sich in der Regel auch positiv im Preis berücksichtigen.

Vielen Dank auf jeden Fall für die lange Produkttreue – genau solche Rückmeldungen zeigen, wofür MOBOTIX steht.

lg Jörg

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Servus Joerg

ich habe gestern deine Tipps Schritt für Schritt abgearbeitet. Da ich noch zwei weitere Mobotix hier habe – eine M10 sowie eine M24, die seit vielen Jahren absolut zuverlässig läuft – konnte ich die Fehlersuche etwas eingrenzen.

Nachdem ich bis zur M22 alles geprüft hatte und diese weiterhin praktisch „tot“ war, habe ich sie schließlich abgebaut und in der warmen Stube mit einem kurzen LAN-Kabel direkt am Injektor getestet. Leider zeigte sie auch dort zunächst keinerlei Lebenszeichen.

Nach ca. 1–2 Stunden erhielt ich dann plötzlich eine Systemmeldung der Kamera per E-Mail. Voller Hoffnung habe ich sofort nachgesehen – und tatsächlich: Die grüne LED leuchtete wieder. Nach einem kurzen Check lief die M22 anschließend völlig problemlos. Ich habe sie daraufhin erneut montiert, und seitdem funktioniert sie wieder einwandfrei.

Meine Frage wäre nun: Auf welches Fehlerbild deutet dieses Verhalten hin? Mehrstündiges Einschalten im Außenbereich hat sie nicht „aufgeweckt“, erst nachdem ich sie ins Haus genommen habe, startete sie nach 1–2 Stunden wieder.

Mir ist bewusst, dass die Kamera nicht mehr neu ist. Allerdings ist meine M10 fast „doppelt“ so alt und zeigt keinerlei derartige Probleme – sie läuft fehlerfrei. Waren die älteren Mobotix-Modelle in puncto Langlebigkeit bzw. Qualität tatsächlich robuster? Das würde ich momentan fast annehmen.
Unabhängig davon bin ich froh, dass ich dein Angebot nicht in Anspruch nehmen musste, es würde mich aber trotzdem interessieren, worauf ich künftig achten sollte.

Ein kleines Problem habe ich noch mit dem Gummistöpsel, durch den das LAN-Kabel geführt wird und der die Buchse vor Feuchtigkeit schützt. Dieser ist inzwischen so porös, dass er beim Abziehen des LAN-Kabels sofort zerbröselt ist. Gibt es eine Möglichkeit, diesen Stöpsel separat zu bekommen? Aktuell habe ich die LAN-Buchse nur provisorisch abgedichtet.

Danke dir nochmals für deine Unterstützung!

Hallo Zante,
Erstmal: toll, dass die Kamera wieder läuft und ihren Dienst verrichtet! :+1:

Gehen wir das Ganze einmal technisch und Schritt für Schritt an, um das Rätsel einzuordnen.

Der wahrscheinliche Auslöser war der lange Stromausfall in Kombination mit der Tiefentladung der RTC-Batterie in der Kamera. Diese Batterie ist fest auf der Platine verlötet und nach so vielen Jahren altersbedingt nicht mehr ganz “taufrisch” und wird vermutlich in Zukunft nicht jünger werden!
Kurze Stromunterbrechungen kann sie anscheinend noch überbrücken – mehrere Stunden, insbesondere bei kalten Außentemperaturen, jedoch nicht mehr.

Erfahrungsgemäß benötigt die Kamera nach so einem Ereignis einige Stunden, bis wieder eine gewisse Grundladung aufgebaut ist und sie sauber booten kann.

In deinem Fall kommen sehr wahrscheinlich weitere Faktoren hinzu:

  1. Einspeiseadapter („schwarzes Ei“)
    → Möglicherweise liefert er aufgrund gealterter Kondensatoren nicht mehr die volle Leistung.
  2. Lange Netzwerkkabellänge
    → Eventuell hat das Kabel über die Jahre Feuchtigkeit gezogen, was den Übergangswiderstand erhöht.
  3. Übergangswiderstand an der Netzwerkbuchse
    → Leichte Korrosion an Stecker oder Buchse (z. B. durch eine poröse Dichtung am Netzwerkstecker) kann ebenfalls eine Rolle spielen.
  4. Kalte und feuchte Wetterlage
    → Verstärkt alle oben genannten Effekte zusätzlich.

Das würde auch gut erklären, warum die Kamera innen, nach 2–3 Stunden und mit kurzem Netzwerkkabel, wieder problemlos funktioniert hat.

Bitte prüfe auch, ob die Uhrzeit der Kamera korrekt eingestellt ist – falls noch nicht geschehen, unbedingt nachholen.


Zur generellen Einordnung

Sowohl die älteren als auch die aktuellen MOBOTIX-Kameramodelle sind auf Robustheit und Zuverlässigkeit ausgelegt. In der Produktion verlässt keine Kamera das Werk, ohne zuvor einen intensiven 24-Stunden-Test im Klimaschrank durchlaufen zu haben.
Diese Erfahrung bestätigt sich auch regelmäßig in unserem eigenen Testfeld sowie durch Rückmeldungen aus realen Installationen.

Dass deine M10 bzw. M24 den Stromausfall besser überstanden haben, kann durchaus an anderen Rahmenbedingungen liegen – z. B. kürzere Kabellängen, geringere Übergangswiderstände oder eine geschütztere Montageposition vor Wind und Wetter.


Was kannst du tun, um solche Effekte künftig zu minimieren?

Gegen die Alterung von Elektronik, Batterien und Kondensatoren ist man leider machtlos.
Was man jedoch tun kann:

  • Übergangswiderstände minimieren
  • Feuchtigkeitseintritt vermeiden
  • Stecker und Buchsen regelmäßig prüfen:
    • Kontakte sollten blank und glänzend sein
    • Nicht matt, schwarz oder grünlich verfärbt

Zum Thema poröser Gummistöpsel:
Ich habe nachgesehen – leider haben wir diesen für die M22 nicht mehr auf Lager.


Mein Angebot, bei Gelegenheit über einen sanften Umstieg auf eine aktuelle Plattform zu sprechen, steht natürlich weiterhin.
Umso mehr freut es mich, dass die Kamera nach all den Jahren nochmal zurück ins Leben gefunden hat :slightly_smiling_face:

Ich danke für die Unterstützung. Schauen wir mal, wie es weitergeht mit der M22M :slight_smile: werde versuchen, so einen Stöpsel doch noch irgendwo herzuzaubern.